Bund für Tier- und Naturschutz Ostwestfalen e. V.

Am 15. März 2018 hat die Mitgliederversammlung die Auflösung des Vereins beschlossen. Die Gründe hierfür entnehmen Sie bitte unserem Schreiben vom 08.02.18 an unsere Mitglieder (siehe weiter unten).
Dieses letzte Jahr unserer Arbeit dient an erster Stelle dazu, die “hinterbliebenen” Tiere in Pflegestellen mit einem Restvermögen abzusichern, damit keines aus Kostengründen später seine vertraute und lieb gewonnene Umgebung verliert.
Dafür brauchen wir jetzt und auch später Ihre treue Unterstützung!
Wir werden Sie an dieser Stelle regelmäßig über unsere Aktivitäten bis zur endgültigen Löschung unseres Vereins im März 2019 informieren, insbesondere über das weitere Schicksal unserer Tiere.
 

 

Liebe Mitglieder, Förderer und Freunde!

Über diesen Brief werden Sie überrascht und langjährige Mitglieder und Freunde unseres Vereins vielleicht sogar betroffen sein, da wir uns genötigt sehen, den seit 40 Jahren bestehenden Verein aufzulösen.

Seit Jahren übersteigen unsere jährlichen Ausgaben – vor allem für die unvermittelbaren Tiere in Dauerpflegestellen – unsere Einnahmen. Ein finanzieller Rückhalt in Form einer Erbschaft konnte diese Defizite zunächst ausgleichen, sodass wir bislang keine finanziellen Schwierigkeiten hatten. Dieser finanzielle Rückhalt ist zwangsläufig von Jahr zu Jahr geschrumpft. Ihre treuen Spenden und die uns von Amtsgerichten zugewiesenen (rückläufigen) Bußgelder, mit denen wir vorwiegend unsere Arbeit finanzieren, sind keine feste Größe, mit der wir dauerhaft verlässlich rechnen und planen können.

Aus vorausschauender Verantwortung für die Tiere in Pflegestellen wollen wir unsere finanziellen Mittel nicht bis zum letzten Euro für die laufende Arbeit ausgeben, sondern ein Restvermögen sicherstellen, das allein dazu dienen soll, für diese Tiere die künftigen Medikamente- und/oder Tierarztkosten zu zahlen. Denn nicht alle Pflegestellen wären in der Lage, bei einer möglichen künftigen Zahlungsunfähigkeit des Vereins diese Kosten selbst zu tragen. Die Pflegestellen mit den Tieren und den Kosten allein zu lassen, ist für mich undenkbar! Deshalb wollen wir rechtzeitig mit der Auflösung des Vereins Vorsorge treffen, auch wenn uns diese Entscheidung nicht leichtfällt.

Zu überlegen war auch, dass ich aufgrund meines Alters (75) in absehbarer Zeit oder plötzlich ausfallen kann, und unter den Aktiven in diesem Fall keiner wäre, der meine Arbeit übernehmen und den Verein weiterführen würde. Eine rechtzeitige geordnete Abwicklung ist auf jeden Fall einer der Not gehorchenden Aufgabe des Vereins vorziehen.

Ein Restvermögen würde dem in der Satzung bestimmten Verein (Anfallberechtigten) zweckgebunden übertragen und daraus die nach Auflösung des Vereins weiter entstehenden Medikamenten- und Tierarztkosten für die „hinterbliebenen“ Pflegetiere bezahlt.

Auch bestehende Patenschaften würden über diesen Verein an die Pflegestellen weitergeleitet. Den Kontakt zu den Pflegestellen würden Britta Gorsler und ich aufrechterhalten, ich würde auch meine Arbeit für hilfsbedürftige Wildvögel und Wildtiere nach Auflösung des Vereins weiterführen und die Kosten tragen.

Wir hoffen, dass Sie die Sorge für unsere Pflegetiere teilen und unsere Beweggründe verstehen können. Die Entscheidung über die Auflösung des Vereins obliegt aber der Mitgliederversammlung. Deshalb laden wir unsere Mitglieder mit einer Ergänzung zu der bereits ergangenen Einladung für den 15.03.18 zur Jahreshauptversammlung ein.

Tagesordnung:1). Jahresbericht Vorstand 2). Kassenbericht und Bericht der Kassenprüfer 3). Entlastung des Vorstandes 4). Auflösung des Vereins 5). gegebenenfalls Bestellung der Liquidatoren 6). Abstimmung über Betragseinzug in 2018

Sofern die Auflösung beschlossen wird, muss der Verein noch ein Jahr weiterbestehen (Sperrjahr), in dem zwar ein „Aufnahmestopp“ besteht, so dass keine neuen Kosten entstehen, die Kosten für die Gnadenbrottiere jedoch weiterlaufen. Deshalb bitten wir Sie herzlich - im Interesse der Tiere, für die wir uns auch nach Vereinsauflösung verantwortlich fühlen -, uns in diesem voraussichtlich letzten Vereinsjahr Ihre Unterstützung nicht zu versagen. Um mit einer ausreichenden Rücklage unsere Tiere abzusichern, ist Ihre Hilfe nötiger denn je. Spendenquittungen stellen wir auch während des Sperrjahres weiterhin wie gewohnt aus.

Größtes Kopfzerbrechen bereiten uns unsere vier Kühe, die wir vor fast 10 Jahren als heruntergekommene Kälbchen aus einer Beschlagnahmung in Pflegestellen übernommen haben. Ihre dauerhafte weitere Finanzierung wird wegen der Höhe der Unterhaltskosten aus dem verbleibenden Depot kaum möglich sein, weil sie es zu bald aufzehren würden. Einen Gnadenhof zu finden, der sie kostenlos aufnimmt, ist uns bis jetzt trotz aller Bemühungen nicht gelungen. Die Vorstellung, dass sie nach 10 Jahren aus Kostengründen geschlachtet werden müssten, ist mir unerträglich. Bei gewährleisteter Finanzierung könnten Anton, Emily, Lotte und Lina in ihren Pflegestellen bleiben. Zumindest würden wir mit Patenschaften (bisher besteht nur eine) Zeit gewinnen, bis hoffentlich in einer der in Frage kommenden Einrichtungen der Platz und die Bereitschaft da sind, sie aufzunehmen.

Ich danke Ihnen allen im Namen des Vorstandes und im Namen der Tiere, denen Sie über viele Jahre das Leben ermöglicht haben. Wir werden Sie über die weitere Entwicklung auf dem Laufenden halten, das Ergebnis der Mitgliederversammlung wird auf unserer Internetseite nachzulesen sein.

Es grüßt Sie herzlich,

Ihre Brigitta Brockmann

Vorstandsvorsitzende
Brund für Tier- und Naturschutz Ostwestfalen e. V.

 

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