Bund für Tier- und Naturschutz Ostwestfalen e. V. i.L.

Aktuelle Situation zu unseren Pflegetieren


Anfang November haben wir unsere Freunde, Förderer, Mitglieder und Paten angeschrieben und über die aktuelle Lage zur Vereinsauflösung informiert. Einige freudige Nachrichten konnten wir bereits zu diesem Zeitpunkt verkünden: sowohl für Lina & Lotte als auch für Anton wurden Patenschaften übernommen.

Damit Emily bei “ihrem” Anton bleiben kann, hat Frau A. nach Erhalt unseres Schreibens ebenfalls eine Patenschaft übernommen. Doch nicht nur für Emily, sondern auch gleich noch für unsere beiden Schafe.

Wir sind gerührt über Ihre Anteilnahme am Schicksal unserer Tiere und danken Ihnen allen von ganzem Herzen!


Für unsere Hunde Aaron (verhaltensgestört), Pepper (behindert) und Snoopy (Hauterkrankung) suchen wir weiterhin Paten, die die kostenintensiven Therapien weiterhin ermöglichen.

 

Anton und Emily sollen nicht sterben!


Vor einiger Zeit musste ein Betrieb wegen schlechter Haltung zwangsweise schließen. Nach dem Verkauf der Tiere blieben am Ende nur noch ein acht Wochen altes abgemagertes, verdrecktes Kälbchen und ein Bullenkalb übrig. Das Bullenkalb war mit 8 Monaten nicht größer als das 4 Wochen alte Kälbchen. Weil sie nur noch „für die Tonne“ geschlachtet werden konnten, fragte der zuständige Kreisveterinär damals an, ob unser Verein etwas für diese erbarmungswürdigen Tiere tun könne. Wie setzten alle Hebel in Bewegung und fanden bei Frau I. in Vlotho einen artgerechten Pflegeplatz. Das war vor 10 Jahren.

Aus Anton, dem kleinen, in der Entwicklung zurückgebliebenen Minibullen, von dem keiner glaubte, dass er noch viel wachsen würde, ist ein sanftmütiger Riese geworden. Das abgemagerte, elende Kälbchen Emily hat sich zu einer stattliche Kuh entwickelt. Sie haben in ihrer Pflegestelle einen großen Stall, schöne baumbestandene Weiden und sind sehr zutraulich und lieb. Aber nun droht ihnen der Tod.


Der Verein zahlt der Pflegestelle momentan monatlich 250 €. Bislang war das kein Problem. Aber mit der Auflösung unseres Vereins ist der Unterhalt von Anton und Emily nicht mehr gesichert. Frau I., die Heu und Kraftfutter kaufen muss, kann die beiden ohne diese Aufwandsentschädigung nicht behalten. Trotz aller Bemühungen haben wir keine kostenfreie Unterkunft auf einem Gnadenhof gefunden. Das bedeutet, für Anton und Emily würde die Tötung anstehen. Allein der Gedanke daran ist uns unerträglich.

Deshalb suchen wir Spender, Paten oder Patengemeinschaften, die über die Löschung des Vereins hinaus das Leben von Anton und Emily retten. Bis Februar 2019 können Spendeneingänge auf unser unten genanntes Konto überwiesen werden, anschließend übernimmt der Verein Tiere in Not e.V. Paderborn Spenden- und Patenschaftsgelder auf ein Sonderkonto. Falls es sogar jemanden gibt, der den beiden Tieren kostenfrei oder sehr kostengünstig ein artgerechtes Zuhause auf Lebenszeit geben würde, wären wir unendlich dankbar. Brigitta Brockmann, ehemalige Vorsitzende unseres Vereins ist weiterhin für Emily und Anton und die Abwicklung ihrer Finanzierung verantwortlich.

Jeden Tag werden Tausende Rinder, Kühe und Bullen geschlachtet – was ist im Vergleich dazu das Leben von zwei Kühen? Den täglichen Tod der anderen können wir nicht verhindern, aber das Leben der beiden mit Ihrer Hilfe erhalten! Im Vergleich zum täglichen Massensterben ist das Nichts, für Anton und Emily aber alles.

 

 

Ein sinnloser Tod nach einem sinnlosen Leben drohte vor nunmehr 11 Jahren auch den Kälbchen Lina, kleinwüchsig durch Unterernährung, und Lotte, abgemagert und das Fell von Räude zerfressen. Über das Veterinäramt kamen sie ebenfalls in die Obhut unseres Vereins. Sie leben seitdem auf dem Hof eines Landwirtes in Preußisch-Oldendorf. Die beiden sind mit je 75 € im Monat nicht so kostenintensiv wie Emily & Anton, um aber ihr Leben auf Dauer abzusichern, brauchen wir auch für Lina & Lotte dringend Paten!

 

Am 15. März 2018 hat die Mitgliederversammlung die Auflösung des Vereins beschlossen. Die Gründe hierfür entnehmen Sie bitte unserem Schreiben vom 08.02.18 an unsere Mitglieder (siehe weiter unten).
Dieses letzte Jahr unserer Arbeit dient an erster Stelle dazu, die “hinterbliebenen” Tiere in Pflegestellen mit einem Restvermögen abzusichern, damit keines aus Kostengründen später seine vertraute und lieb gewonnene Umgebung verliert.
Dafür brauchen wir jetzt und auch später Ihre treue Unterstützung!
Wir werden Sie an dieser Stelle regelmäßig über unsere Aktivitäten bis zur endgültigen Löschung unseres Vereins im März 2019 informieren, insbesondere über das weitere Schicksal unserer Tiere.
 

 

Liebe Mitglieder, Förderer und Freunde!

Über diesen Brief werden Sie überrascht und langjährige Mitglieder und Freunde unseres Vereins vielleicht sogar betroffen sein, da wir uns genötigt sehen, den seit 40 Jahren bestehenden Verein aufzulösen.

Seit Jahren übersteigen unsere jährlichen Ausgaben – vor allem für die unvermittelbaren Tiere in Dauerpflegestellen – unsere Einnahmen. Ein finanzieller Rückhalt in Form einer Erbschaft konnte diese Defizite zunächst ausgleichen, sodass wir bislang keine finanziellen Schwierigkeiten hatten. Dieser finanzielle Rückhalt ist zwangsläufig von Jahr zu Jahr geschrumpft. Ihre treuen Spenden und die uns von Amtsgerichten zugewiesenen (rückläufigen) Bußgelder, mit denen wir vorwiegend unsere Arbeit finanzieren, sind keine feste Größe, mit der wir dauerhaft verlässlich rechnen und planen können.

Aus vorausschauender Verantwortung für die Tiere in Pflegestellen wollen wir unsere finanziellen Mittel nicht bis zum letzten Euro für die laufende Arbeit ausgeben, sondern ein Restvermögen sicherstellen, das allein dazu dienen soll, für diese Tiere die künftigen Medikamente- und/oder Tierarztkosten zu zahlen. Denn nicht alle Pflegestellen wären in der Lage, bei einer möglichen künftigen Zahlungsunfähigkeit des Vereins diese Kosten selbst zu tragen. Die Pflegestellen mit den Tieren und den Kosten allein zu lassen, ist für mich undenkbar! Deshalb wollen wir rechtzeitig mit der Auflösung des Vereins Vorsorge treffen, auch wenn uns diese Entscheidung nicht leichtfällt.

Zu überlegen war auch, dass ich aufgrund meines Alters (75) in absehbarer Zeit oder plötzlich ausfallen kann, und unter den Aktiven in diesem Fall keiner wäre, der meine Arbeit übernehmen und den Verein weiterführen würde. Eine rechtzeitige geordnete Abwicklung ist auf jeden Fall einer der Not gehorchenden Aufgabe des Vereins vorziehen.

Ein Restvermögen würde dem in der Satzung bestimmten Verein (Anfallberechtigten) zweckgebunden übertragen und daraus die nach Auflösung des Vereins weiter entstehenden Medikamenten- und Tierarztkosten für die „hinterbliebenen“ Pflegetiere bezahlt.

Auch bestehende Patenschaften würden über diesen Verein an die Pflegestellen weitergeleitet. Den Kontakt zu den Pflegestellen würden Britta Gorsler und ich aufrechterhalten, ich würde auch meine Arbeit für hilfsbedürftige Wildvögel und Wildtiere nach Auflösung des Vereins weiterführen und die Kosten tragen.

Wir hoffen, dass Sie die Sorge für unsere Pflegetiere teilen und unsere Beweggründe verstehen können. Die Entscheidung über die Auflösung des Vereins obliegt aber der Mitgliederversammlung. Deshalb laden wir unsere Mitglieder mit einer Ergänzung zu der bereits ergangenen Einladung für den 15.03.18 zur Jahreshauptversammlung ein.

Tagesordnung:1). Jahresbericht Vorstand 2). Kassenbericht und Bericht der Kassenprüfer 3). Entlastung des Vorstandes 4). Auflösung des Vereins 5). gegebenenfalls Bestellung der Liquidatoren 6). Abstimmung über Betragseinzug in 2018

Sofern die Auflösung beschlossen wird, muss der Verein noch ein Jahr weiterbestehen (Sperrjahr), in dem zwar ein „Aufnahmestopp“ besteht, so dass keine neuen Kosten entstehen, die Kosten für die Gnadenbrottiere jedoch weiterlaufen. Deshalb bitten wir Sie herzlich - im Interesse der Tiere, für die wir uns auch nach Vereinsauflösung verantwortlich fühlen -, uns in diesem voraussichtlich letzten Vereinsjahr Ihre Unterstützung nicht zu versagen. Um mit einer ausreichenden Rücklage unsere Tiere abzusichern, ist Ihre Hilfe nötiger denn je. Spendenquittungen stellen wir auch während des Sperrjahres weiterhin wie gewohnt aus.

Größtes Kopfzerbrechen bereiten uns unsere vier Kühe, die wir vor fast 10 Jahren als heruntergekommene Kälbchen aus einer Beschlagnahmung in Pflegestellen übernommen haben. Ihre dauerhafte weitere Finanzierung wird wegen der Höhe der Unterhaltskosten aus dem verbleibenden Depot kaum möglich sein, weil sie es zu bald aufzehren würden. Einen Gnadenhof zu finden, der sie kostenlos aufnimmt, ist uns bis jetzt trotz aller Bemühungen nicht gelungen. Die Vorstellung, dass sie nach 10 Jahren aus Kostengründen geschlachtet werden müssten, ist mir unerträglich. Bei gewährleisteter Finanzierung könnten Anton, Emily, Lotte und Lina in ihren Pflegestellen bleiben. Zumindest würden wir mit Patenschaften (bisher besteht nur eine) Zeit gewinnen, bis hoffentlich in einer der in Frage kommenden Einrichtungen der Platz und die Bereitschaft da sind, sie aufzunehmen.

Ich danke Ihnen allen im Namen des Vorstandes und im Namen der Tiere, denen Sie über viele Jahre das Leben ermöglicht haben. Wir werden Sie über die weitere Entwicklung auf dem Laufenden halten, das Ergebnis der Mitgliederversammlung wird auf unserer Internetseite nachzulesen sein.

Es grüßt Sie herzlich,

Ihre Brigitta Brockmann

Vorstandsvorsitzende
Brund für Tier- und Naturschutz Ostwestfalen e. V.

 

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