Bund für Tier- und Naturschutz Ostwestfalen e. V.

Kastrationspflicht in Paderborn

Erfreulicherweise werden wir immer wieder von Tierschutzvereinen aus ganz Deutschland darauf angesprochen, wie die Kastrationspflicht in Paderborn durchgesetzt wurde.

Den Antrag kann im Prinzip jeder Bürger an die zuständigen Gemeinderäte, Aufsichtsbehörden, Bürgermeister oder auch Fraktionen stellen. Es sind weder Politiker noch Parteien für diesen Antrag notwendig. Wie so ein Antrag aussehen kann, können Sie auf der Internetseite der Stadt Bonn einsehen. Einfach diesem Link folgen. Alternativ können Sie auch diesen Musterbrief verwenden.

Die verwaltungsrechtliche Sicht wurde durch den Düsseldorfer Rechtsanwalt Dr. Küttner in einem Gutachten betrachtet. Dieses Gutachten, dem auch ein Musterschreiben angehängt ist, können Sie hier herunter laden.

Auf der Seite Deutsche-Tierschutz-Union können Sie den Wortlaut der Verordnung nachlesen. Die  dazugehörigen Anlagen wiederum gibt es im virtuellen Rathaus der Stadt Paderborn.

Sucht man im Internet nach “Antrag Kastrationspflicht”, so findet man sehr viele Initiativen und Organisationen, die dem Paderborner Vorbild folgen möchten. Wir begrüssen dies sehr und hoffen, dass die Kastrationspflicht für freilaufende Katzen in Paderborn bald keine Ausnahme mehr darstellt, sondern bundesweit umgesetzt wird.

PETA Deutschland stellt auf deren Homepage Flyer und Plakat zum kostenlosen Download zur Verfügung.

 

Wie wichtig die Kastration von Katzen ist, zeigt die nachfolgende Grafik:

unkontrollierte Katzenvermehrung

"Tierschutz ist keine Liebhaberei, sondern eine ernste, sittliche Pflicht
im Interesse des Volks, des Staates und der Menschlichkeit."

Manfred Kyber, dt. Schriftsteller

Das Leid der Streunerkatzen

Obwohl wir Deutschen, bei der Anzahl der gehaltenen Haustiere im europäischen Vergleich nur einen mittelmässigen Rang einnehmen, besitzt die Haustierhaltung in unserem Lande einen hohen Stellenwert. Mittlerweile werden alleine in Deutschland fast 8 Millionen Katzen und über 5 Millionen Hunde als Haustiere gehalten, wobei sich die meisten Tierhalter sehr liebevoll und gewissenhaft um Ihre Tiere kümmern. Herrenlose Hunde sind auf unseren Strassen weitgehend unbekannt und nur noch in so manchen Urlaubsländern entdeckt man ausgehungerte, streunende Hunde, die auf Futtersuche täglich ums Überleben kämpfen.

Aber wie verhält es sich mit den Katzen? Hier steht Deutschland mit vielen Entwicklungsländern noch auf einer Stufe. Während das deutsche Tierschutzgesetz eine umfangreiche Hundeverordnung beinhaltet und die Mindestanforderungen der Hundehaltung gesetzlich geregelt sind, hat man die Katze leider vollständig vergessen. So hat sich in den letzten Jahrzehnten gerade in ländlichen Gebieten wenig verändert. Es gibt immer noch eine Vielzahl von Strassen- bzw. Streunerkatzen.  Als Strassen- oder Streunerkatzen bezeichnet man ehemalige Hauskatzen und ihre Nachkommen, die herrenlos und auf sich allein gestellt leben müssen. Kaum einer nimmt Notiz von ihnen. Katzen werden bereits zwischen dem vierten bis zwölften Lebensmonat geschlechtsreif und eine Katze wirft im Jahr bis zu dreimal Junge. Ein Wurf besteht im Durchschnitt aus vier Jungtieren. So könnte in nur fünf Jahren ein einziges Katzenpärchen theoretisch mehrere tausend Nachkommen haben, vorausgesetzt alle Jungtiere überleben und zeugen ihrerseits wiederum Nachkommen. Das dieses nicht so ist liegt daran, dass die meisten Katzen gejagt, verscheucht, erschossen, überfahren, vergiftet oder früh und unversorgt an einer Krankheit sterben. Manchmal dezimiert der Landwirt auch den ungewollten Nachwuchs indem er die Jungtiere tötet. Dieses ist zwar nach dem Tierschutzgesetz verboten, jedoch leider immer noch übliche Praxis.

In aller Regel also ein schreckliches Dasein.

So kämpfen namhafte Tierschutzorganisationen bereits seit Jahren für die Einführung einer Katzenschutzverordnung.  Über  40.000 Befürworter, mehr als 3.000 Tierheime und mehrere Millionen Mitglieder der bundesweiten Interessengemeinschaft Pro Katzenschutzverordnung befürworten eine gesetzliche Regelung.

Vorsorge ist dabei das Ziel. Katzenhalter sollen verpflichtet werden Ihre freilaufenden und geschlechtsreifen Tiere kastrieren und kennzeichnen zu lassen. Eine entsprechende Verordnung würde immenses Tierleid verhindern, die überfüllten Tierheime entlasten und Millionen an Steuergeldern sparen.

Warum also sperrt sich die Politik gegenüber einer vernünftigen Regelung? Zum einen befürchtet man den Unmut von so manchen Katzenhalter, der dann natürlich die Kastrationskosten für seine Tiere entrichten müsste. Und  leider ist man auch nicht bereit die Fachleute an der Entscheidungsfindung teilhaben zu lassen. So wird oft aus Unwissenheit und der Befürchtung ungeplanter Ausgaben für Registrierung und Verwaltung vorsorglich erst einmal abgelehnt.

Man argumentiert auch damit, dass keine „offiziell ermittelten“ statistischen Zahlen über verwilderte, kranke und leidende Tiere vorliegen und sieht daher auch keine Probleme und keinen Handlungsbedarf. Natürlich haben die Verantwortlichen keine Probleme mit Streunerkatzen, denn diese haben in erster Linie die Tiere sowie die Tierschutzorganisationen und Tierfreunde, die täglich mit dem Katzenleid konfrontiert werden. Tierschutzorganisationen die sich hier ehrenamtlich engagieren und helfen, sind mit der nicht enden wollenden  Katzenschwemme personell und finanziell überfordert. Viele Tierheime sind überfüllt und haben einen Aufnahmestop verfügt und die von den Tierschützern durchgeführten Kastrationsaktionen sind nur der berühmte Tropfen auf dem heissen Stein.

Das Bundesministerium drückt sich vor der Verantwortung und verweist auf die Länder, diese wiederum auf die Gemeinden und Städte. Dort aber sieht man keine Veranlassung oder rechtliche Möglichkeit eine Katzenschutzverordnung zu erlassen.

So steht zu hoffen, dass sich mit der Zeit die verantwortlichen Politiker endlich ihrer Aufgabe bewusst werden, dem Staatsziel Tierschutz Rechnung zu tragen, entsprechend zu handeln und eine längst überfällige Katzenschutzverordnung zu erlassen. Weitere Infos unter: www.Katzenschutzverordnung.de 

 
Folgen der unkontrollierten Vermehrung
Folgen der unkontrollierten Vermehrung

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