Bund für Tier- und Naturschutz Ostwestfalen e. V.

Wenn der moderne Mensch die Tiere, deren er sich als Nahrung bedient, selbst töten müsste, würde die Anzahl der Pflanzenesser ins Unermessliche steigen.
Christian Morgenstern

Etwa 27 Millionen Mast- und Zuchtschweine leben in Deutschland. Den Masttieren werden schon als Ferkel Eckzähne und Ringelschwanz abgekniffen. Letzteres um zu verhindern, dass er von Artgenossen aus Langeweile abgebissen wird. Männlichen Tieren werden auch die Hoden entfernt, da Eberfleisch wegen seine Geruchs schwer verkäuflich ist. Dies alles geschieht ohne Betäubung.

Die Schweine werden in Gruppen in Stallabteilen meist auf Spaltenboden gehalten. Der Platz pro Tier beträgt hierbei noch nicht einmal einen Quadratmeter. Mit etwa sechs Monaten werden die Schweine geschlachtet. Schon auf dem Transport zum Schlachthof sterben pro Jahr ca. 500.000 Tiere vor Stress und Todesangst. Die weiblichen Zuchttiere werden wochenlang in Kastenständen gehalten, die kaum grösser sind als sie selbst und in denen sie sich nicht umdrehen können.

Darüber hinaus hat die Bundesregierung schwerwiegende Zwischenfälle bei der Tötung von Schweinen und Rindern auf deutschen Schlachthöfen festgestellt:

Dies geht aus der Antwort auf eine Anfrage der Grünen hervor. Aufgrund der geltenden Akkordarbeit müssten Tiere wegen Defiziten bei der Betäubung unnötig leiden. Bis zu neun Prozent der Rinder würden nicht richtig betäubt, bei Schweinen belaufe sich die «Fehlbetäubungsrate» bei von Hand bedienten, elektrischen Anlagen auf bis zu zwölf Prozent. Das bedeutet, dass allein in Deutschland jährlich 500.000 Schweine wegen mangelnder Betäubung im 62 Grad heißen Brühbad qualvoll ertrinken.
Die Grünen forderten nun ein Ende der Akkordarbeit auf den Schlachthöfen. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Bärbel Höhn: «Wenn nur fünf Sekunden für die Tötung eines Schweins zur Verfügung stehen, muss man sich über die hohe Fehlerquote nicht wundern.»

4 Minuten Schweinemastalltag 2011/Hessen, der Link zum Video

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Mit mehr als 400 Millionen Masthühnern, 50 Millionen Legehennen, 10 Millionen Puten, 2,6 Millionen Enten und 400.000 Gänsen, die pro Jahr in Deutschland geschlachtet werden, stellen Geflügeltiere den weitaus grössten Anteil an Nutztieren dar. Nur für die Legehennen existieren bislang gesetzliche Vorschriften, die den Tieren ab 2007 ein etwas artgerechteres Leben ermöglichen. Denn ab diesem Zeitpunkt ist der herkömmliche Batteriekäfig, in dem jedes Tier kaum die Fläche eines DIN A4-Blattes zur Verfügung hat, in Deutschland verboten. Allerdings versucht derzeit die Hühnerhalter- und Bauernlobby, dieses Käfigverbot durch grössere Käfige für mehr Tiere unter der irreführenden Bezeichnung "Kleinvoliere" aufzuweichen.

Die Bedingungen, unter denen die Masttiere leben, sind insbesondere bei Hühnern, Puten und Enten extrem tierquälerisch. Hühner und Puten werden zu Zehntausenden in großen Hallen gehalten und in Rekordzeit schlachtreif gemästet. Doch nicht nur die Haltung, sondern auch die Zucht der Tiere ist problematisch. Sie liegt in den Händen von wenigen, multinational tätigen Unternehmen, die äußert spezialisierte Zuchtlinien entwickelt haben. So wurde bei den Legerassen der Hühner die Legeleistung extrem gesteigert, was dazu geführt hat, dass diese Hühner kaum mehr Fleisch ansetzen und nicht zur Mast eingesetzt werden. Alle männlichen Küken der Legerassen werden daher als sogenannte Eintagsküken getötet, rund 40 Millionen jährlich allein in Deutschland.

Hühner und Puten dagegen, die extra für die Mast gezüchtet werden, wachsen besonders schnell und legen vor allem an Muskelfleisch zu. Beine, Herz und Lunge halten mit dem hohen Fleischzuwachs nicht Schritt. Dies führt zu schmerzhaften Skelett- und Gelenkschäden sowie nicht selten zu Kreislaufversagen und plötzlichem Herztod.
Spezielle gesetzliche Vorgaben zur Haltung von Mast- und Geflügeltieren existieren bislang nicht. Für Masthühner wird derzeit auf EU-Ebene zwar eine Richtlinie diskutiert, danach sind jedoch am Ende der Mast bis zu 38 kg pro Quadratmeter zulässig - das entspricht etwas 25 Tieren.

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Auch bei Rindern sind getrennte Zuchtlinien zur Milch- sowie zur Fleischerzeugung entwickelt worden. Tiere der Fleischrassen werden nicht gemolken, sondern ihre Milch steht den Kälbern zur Verfügung. Bei den Milchrassen dagegen wird das Kalb meist sofort nach der Geburt von der Mutter entfernt und mit Milchaustauscher ernährt.

Die Milch des Muttertieres wird zur menschlichen Ernährung verwendet. Da die Kühe zweimal täglich gemolken werden müssen und dies bei Weidegang sehr aufwändig ist, stehen viele Milchkühe ganzjährig im Stall - oft sogar angebunden auf Betonboden und ohne Einstreu. Zur Haltung von Rindern gibt es bislang keine Vorgaben, nur für Kälber bis zu einem Alter von sechs Monaten enthält die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung Mindestanforderungen, die z. B. Gruppenhaltung ab der achten Lebenswoche vorsehen und die Anbindehaltung verbieten.

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Kaninchen werden vor allem als Heimtiere wahrgenommen oder wenn man sie bei einem Spaziergang durch Felder und Wiesen sieht. In Deutschland werden jedoch etwa 22 Millionen Kaninchen pro Jahr geschlachtet und gegessen. Die Tiere werden überwiegend von privaten Haltern, zum Teil jedoch auch in spezialisierten Mastbetreiben "erzeugt". Dort leben sie in engen, niedrigen Käfigen meist ohne Einstreu auf Metall -oder Kunststoffrosten.

Verletzungen der Pfoten und Verkrümmungen der Wirbelsäule durch Bewegungsmangel treten oft auf. Bis zu 50% der Masttiere sterben aufgrund der schlechten Haltung und an Infektionskrankheiten. Bei privaten Haltern leben die Kaninchen vorwiegend in traditionellen Holzställen. Zwar haben sie häufig eine Unterlage aus Stroh, doch ihren Bewegungsdrang können sie auch hier nicht ausleben. Schon ab der 12. Lebenswoche werden die Kaninchen geschlachtet.
Quelle:  Menschen für Tierrechte - Bundesverband der Versuchsgegner
S.08/ 09 tierrechte 1.06

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Was Sie tun können:

- Verzichten Sie auf den Verzehr und die Nutzung von tierischen Produkten - vegane Lebensweise
- Verzichten Sie auf den Verzehr von Fleischprodukten - vegetarische Lebensweise
- Schränken Sie den Verzehr von tierischen Produkten ein.
- Achten Sie beim Kauf auf die Herkunft der Produkte, wie Eier aus Freilandhaltung, Freilandhaltung von Rindern und Schweinen etc.
- Informieren Sie Ihre Mitmenschen über die qualvollen Haltungsbedingungen der Nutztiere
- Fragen Sie in Geschäften nach Herkunft und Haltungsformen der Tiere.
- Wählen Sie Parteien, die sich für verbesserte Haltungsbedingungen einsetzen.

Was man tut, muss jeder für sich selbst entscheiden, aber das enorme Leid der Nutztiere einfach ignorieren sollte niemand mehr.

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